Was ist SpeedDummy?
SpeedDummy ist ein temporeicher Apportiersport für Hund und Mensch.
Im Mittelpunkt steht nicht die möglichst perfekte Ausführung eines einzelnen Apports, sondern die Frage:
Wie schnell schafft es ein Hund-Mensch-Team, eine gestellte Aufgabe vollständig zu lösen?
SpeedDummy ist deshalb kein Workingtest mit Stoppuhr, sondern ein eigenständiges Wettkampfformat. Bewertet wird ausschließlich die benötigte Zeit – einschließlich eventueller Strafsekunden.
Dabei darf der Hundeführer taktisch entscheiden, in welcher Reihenfolge gearbeitet wird, ob er seinen Hund unterstützt und wie eine Aufgabe am schnellsten gelöst werden kann.
Das Grundprinzip
Bei einem SpeedDummy-Turnier treten Hund-Mensch-Teams gegeneinander an.
Alle Teams absolvieren in den Vorläufen dieselben Aufgaben.
Ein Vorlauf besteht aus drei Aufgaben. Es werden zwei Vorläufe durchgeführt, sodass jedes Team insgesamt sechs Aufgaben absolviert.
Für jede Aufgabe wird die benötigte Zeit gemessen. Eventuelle Strafsekunden werden hinzugerechnet.
Die Zeiten aller sechs Aufgaben werden anschließend addiert.
Diese Gesamtzeit entscheidet darüber, in welchem Finale das Team startet.
Die Finals
Ein SpeedDummy-Turnier ist grundsätzlich für bis zu 18 Hund-Mensch-Teams vorgesehen.
Nach den Vorläufen werden die Teams entsprechend ihrer Gesamtzeit eingeteilt:
- Platz 1 bis 6: A-Finale
- Platz 7 bis 12: B-Finale
- Platz 13 bis 18: C-Finale
Bei weniger als 18 Startern werden die Finals entsprechend der tatsächlichen Teilnehmerzahl besetzt.
Jedes Finale besteht erneut aus drei Aufgaben.
Die Zeiten aus den Vorläufen werden nicht in das Finale übernommen.
Im Finale beginnen alle Teams wieder bei null.
Die Zeiten der drei Finalaufgaben einschließlich eventueller Strafsekunden werden addiert. Diese Gesamtzeit entscheidet über die Platzierung innerhalb des jeweiligen Finals.
In jedem Finale werden die Plätze 1 bis 3 ermittelt.
Damit haben auch Teams, die im Vorlauf nicht zu den Schnellsten gehören, die Möglichkeit, in ihrem Finale um eine Platzierung zu kämpfen.
Die Aufgaben
Eine SpeedDummy-Aufgabe besteht grundsätzlich daraus, dass der Hund mehrere Dummies apportiert und in den Startbereich zurückbringt.
Pro Aufgabe sind mindestens zwei Dummies zu arbeiten. Je nach Aufgabe können es auch drei oder vier Dummies sein.
Dabei sind unterschiedliche Aufgabenformen und Kombinationen möglich, zum Beispiel:
- Markierungen
- Memories
- Verlorensuchen
- Einweisen
- Kombinationen verschiedener Elemente
Entscheidend ist nicht, wie „schön“ oder prüfungsmäßig korrekt eine Aufgabe gearbeitet wird.
Entscheidend ist:
Alle vorgesehenen Dummies müssen so schnell wie möglich in den Startbereich gebracht werden.
Reihenfolge und Taktik
Soweit eine Aufgabe nichts anderes ausdrücklich vorgibt, entscheidet der Hundeführer selbst, in welcher Reihenfolge die Dummies gearbeitet werden.
Dadurch wird die Wahl der richtigen Strategie Teil des Wettbewerbs.
Der Hundeführer kann beispielsweise entscheiden, welcher Dummy zuerst gearbeitet wird oder welcher Laufweg für seinen Hund vermutlich am schnellsten ist.
Auch ungewöhnliche Lösungen sind erlaubt, solange sie nicht ausdrücklich gegen eine Regel verstoßen.
Mehrere Dummies gleichzeitig
Ein Hund darf mehrere Dummies gleichzeitig tragen.
Auch das Tauschen eines bereits aufgenommenen Dummies gegen einen anderen Dummy ist erlaubt.
Der Hund muss einen Dummy nicht einzeln zum Hundeführer bringen, wenn er auf seinem Weg einen schnelleren Weg zur Lösung der Aufgabe findet.
Der Hundeführer darf diese Möglichkeiten bewusst in seine Strategie einbeziehen.
Startbereich
Vor Beginn einer Aufgabe befinden sich Hund und Hundeführer im gekennzeichneten Startbereich.
Die Zeit beginnt in dem Moment, in dem der Hund mit einem Körperteil die Startlinie in Richtung Aufgabe überschreitet.
Die Zeit endet, sobald sich alle für die Aufgabe vorgesehenen Dummies vollständig innerhalb des Startbereiches befinden.
Es ist nicht erforderlich, dass der Hund die Dummies dem Hundeführer in die Hand abgibt.
Ablegen oder Fallenlassen innerhalb des Startbereiches ist erlaubt.
Der Hundeführer darf helfen
Der Hundeführer muss zunächst im Startbereich bleiben.
Nach Ablauf von 10 Sekunden darf er den Startbereich verlassen und seinen Hund bei der Lösung der Aufgabe unterstützen.
Entscheidet sich der Hundeführer dafür, werden zur tatsächlich benötigten Zeit 10 Strafsekunden addiert.
Das Verlassen des Startbereiches nach zehn Sekunden ist damit ausdrücklich erlaubt und kann als taktische Entscheidung eingesetzt werden.
Verlässt der Hundeführer den Startbereich bereits vor Ablauf der zehn Sekunden, werden 40 Strafsekunden angerechnet.
Was ist erlaubt?
SpeedDummy soll einfach, dynamisch und hundegerecht sein.
Deshalb sind unter anderem erlaubt:
- Einspringen des Hundes
- freie Wahl der Arbeitsreihenfolge, soweit die Aufgabe nichts anderes vorgibt
- verbale Ansprache des Hundes
- Loben und Korrigieren
- mehrfaches Einweisen
- erneutes Ansetzen des Hundes
- Tauschen eines Dummies
- gleichzeitiges Tragen mehrerer Dummies
- Ablegen oder Fallenlassen eines Dummies im Startbereich
- Unterstützung durch den Hundeführer nach Ablauf der zehn Sekunden gegen Zeitaufschlag
Es gibt keine Stilnoten.
Ein Hund verliert also keine Punkte, weil er beispielsweise nicht perfekt Fuß sitzt, einspringt oder einen Dummy nicht sauber in die Hand abgibt.
Was ist nicht erlaubt?
Nicht erlaubt sind insbesondere:
- grobes oder tierschutzwidriges Einwirken auf den Hund
- unsportliches Verhalten
- bewusstes Behindern anderer Teilnehmer
- das Berühren oder Aufnehmen eines Dummies durch den Hundeführer außerhalb des Startbereiches
- aggressives Verhalten eines Hundes gegenüber Menschen oder anderen Hunden
Über Regelverstöße entscheidet der Veranstalter oder eine von ihm bestimmte Wettkampfleitung.
Je nach Verstoß können Strafsekunden vergeben, eine Aufgabe abgebrochen oder ein Team vom weiteren Wettbewerb ausgeschlossen werden.
Grobe oder tierschutzrelevante Verstöße führen zum Ausschluss.
Maximalzeit
Damit ein Turnier planbar bleibt, gilt für jede Aufgabe eine Maximalzeit.
Wird eine Aufgabe innerhalb dieser Zeit nicht vollständig beendet, wird sie abgebrochen.
Für die Aufgabe wird anschließend die festgelegte Maximalzeit als Wertungszeit eingetragen.
Die konkrete Maximalzeit wird in der jeweiligen Ausschreibung bekannt gegeben. Wird die nicht angegeben beträgt die Maximalzeit 180 Sekunden.
Dadurch kann auch ein Team, das eine Aufgabe nicht vollständig lösen konnte, den Wettbewerb fortsetzen.
Zeitmessung
Die Zeit wird auf mindestens eine Zehntelsekunde genau gemessen.
Zur gemessenen Arbeitszeit werden gegebenenfalls Strafsekunden addiert.
Die daraus entstehende Zeit ist die Wertungszeit der Aufgabe.
Zeitgleichheit und Stechen
Sind nach den Vorläufen zwei oder mehrere Teams zeitgleich und ist die Entscheidung für die Einteilung in ein Finale davon abhängig, findet ein Stechen statt.
Auch bei Zeitgleichheit um einen Platz innerhalb eines Finals wird gestochen.
Für das Stechen wird eine kurze, für alle beteiligten Teams identische SpeedDummy-Aufgabe gestellt.
Das schnellere Team erhält die bessere Platzierung.
Besteht erneut Zeitgleichheit, wird das Stechen mit einer weiteren Aufgabe wiederholt.
Damit wird eine wichtige Entscheidung nicht durch Los oder komplizierte Zusatzregeln getroffen, sondern dort, wo SpeedDummy entschieden werden soll:
auf dem Platz und gegen die Uhr.
Richter?
Gibt es nicht.
Da keine Stil- oder Qualitätsnoten vergeben werden, braucht SpeedDummy keinen klassischen Richter.
Notwendig sind lediglich Personen, die
- den korrekten Ablauf überwachen,
- die Zeit messen,
- Strafzeiten dokumentieren und
- bei Regelverstößen entscheiden.
Diese Funktion übernimmt die Wettkampfleitung beziehungsweise vom Veranstalter bestimmte Helfer.
Teilnahme
SpeedDummy soll möglichst vielen apportierfreudigen Hunden offenstehen.
Entscheidend ist nicht, ob ein Hund bereits Workingtests oder andere Dummyprüfungen absolviert hat.
Auch Hunde und Hundeführer ohne Prüfungserfahrung sollen teilnehmen können.
Voraussetzung ist allerdings, dass der Hund gesundheitlich in der Lage ist, die gestellten Aufgaben zu bewältigen und unter den Bedingungen einer Veranstaltung sicher geführt werden kann.
Die konkreten Teilnahmebedingungen werden mit der jeweiligen Veranstaltung ausgeschrieben.
Was macht SpeedDummy besonders?
SpeedDummy verbindet Apportierarbeit mit Geschwindigkeit und Taktik.
Ein Team muss nicht nur apportieren können.
Der Hundeführer muss innerhalb weniger Sekunden Entscheidungen treffen:
Welcher Dummy zuerst?
Welcher Weg ist der schnellste?
Soll ich den Hund noch einmal schicken?
Oder lohnt es sich, nach zehn Sekunden selbst mitzuhelfen und dafür Strafzeit in Kauf zu nehmen?
Ein Hund, der selbstständig arbeitet und ungewöhnliche Lösungen findet, kann dabei ebenso erfolgreich sein wie ein sehr präzise geführter Hund.
Am Ende zählt nur:
Sind alle Dummies im Startbereich – und wie lange hat es gedauert?
Das ist SpeedDummy.